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Das war einmal unser Flussschwimbad. Osterburg hatte drei Schwimmbäder zu DDR-Zeiten. Eines war auf dem “Fuchsbau”, wo sich heute die Landessportschule befindet. Ein Hallenbad befand sich in der sogenannten Berufsschule und es gab das Biesebad. Eben dieses. Es hat den Kapitalismus überlebt. Mit Ach und Krach und es hängt ständig am Tropf.

Für die ganz kleinen Kinder hatte es ein Plantschbecken aus Beton. Für die grösseren Nichtschwimmer einen abgezäunten Bereich. Aber die Neuzeit ist so furchtbar bürokratisch. Wo die Mütter ihre Kinder damals einfach ins Plantschbecken gesetzt haben und sich an den Rand, da gibt es so Vieles heute zu bedenken. Vorschriften, mögliche Verletzungsgefahren und dann natürlich die Schadenersatzforderungen der Eltern an die Badbetreiber. Jedenfalls ist das ein furchtbarer Affentanz, bis es für die Kleinsten Bademöglichkeiten gibt.

Zur Badebucht brachte Steingraf seine Bedenken ein. Die Stelle würde in einer Kurve liegen und man müsse davon ausgehen, dass sie ausgespült wird. Die Erosionssicherheit sei nicht gegeben.

Stattdessen aber brachte er ein durchströmtes Becken ins Gespräch. Zu- und Ableitung sollten durch die Biese abgesichert werden. Das wiederum würde aber auch wieder höhere Kosten der Herstellung mit sich ziehen. Weiter müsse auch das Gespräch mit der Hygiene gesucht werden, welche Bestimmungen da eingehalten werden müssen. Die Frage stehe auch, ob das Wasser unbehandelt wieder in die Biese eingelassen werden darf und da es sich um ein geschütztes Feuchtgebiet handle, müssen auch Fragen des Naturschutzes geklärt werden.

Im Ergebnis des Gespräches wird Planer Norbert Schumacher nun seine Vorstellungen von einem durchströmten Becken zu Papier bringen und das Vorhaben bei der Unteren Wasserbehörde zur Genehmigung einreichen.

http://www.altmark-zeitung.de/osterburgsolo/00_20080223010012_Durchstroemtes_Kinderbecken.html

Vor allem die Frage, ob das Badewasser mit dem Kinderurin wieder in die Biese darf ist schwerwiegend. Die sollten lieber mal bei den Flussanliegern kontrollieren, ob jede Weide ihr Dixiklo für die Kühe hat und die Bauern weder künstlich noch organisch düngen.

Ja, mit dem Biesebad verbinden sich viele Erinnerungen. Der Duft nach aufgeheizten Leberwurststullen in durchfeuchtetem Butterbrotpapier, das beruhigende Rauschen der Pappeln, das gedämpfte Lärmen der Kinder und Jugendlichen und süssliche rote Brause, die es am kleinen Kiosk zu kaufen gab. Im Sommer ging es regelmässig dahin wenn wir keine Lust hatten, zum weiter entfernten Fuchsbau zu fahren. Lang, lang ist es her.