Gespeichert unter: Geschichte, Storys | Schlagworte: Friedensbewegung
Ist der nicht schick? Das war der empfohlene Aufnäher für die DDR-Friedensbewegung. Der konnte auf das FDJ-Hemd oder den bei der DDR-Jugend beliebten Bundeswehrparka genäht werden. Ich hab ihn immer noch im Orginal, weil ich damals zu faul zum Nähen war. Ist schon irgendwie komisch. Schon damals gab es eine selektive Sicht auf das Militär, die gleichermassen in Ost und West kultiviert wurde. USA-Atomwaffen waren von Übel, während sowjetische Atomraketen zwar auch “Teufelszeug” waren, wie der Genosse Honecker zu schimpfen beliebte, aber eben doch notwendig.
Damals entdeckte die DDR-Führung auch die Bibel als Instrument im Klassenkampf. Micha, Dingsbums-Sprüche, wo das stand, dass sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden werden. Das war ideologisch abgedeckt, weil es da sogar eine Skulptur eines sowjetischen Bildhauers gab.
Ja, die DDR-Führung war schon pfiffig, wenn es darum ging, zu instrumentalisieren. Während wir die Bunker für die sowjetischen SS-21 Mittelstreckenraketen bauten, die mit atomaren Gefechtsköpfen abschrecken und im Ernstfall abgefeuert werden sollten, rockten die jungen Sozialisten mit den Phudys, Silly, Lift und anderen für den Frieden und die Ostermarschierer im Westteil Deutschlands marschierten mit.
Wie heute übrigens immer noch. Ich war damals übrigens schon so weit zu erkennen, dass sich der Westen tatsächlich von der Sowjetunion bedroht fühlte, weil er keine Lust hatte, auf das sozialistische Gesellschaftssystem. Wenn nebenan jemand wohnt, der damit droht, meine ganze Wohnung auf den Kopf zu stellen und seine Hausordnung bei mir einzuführen, da wären wohl nur die Wenigsten entzückt.
Nun ist die Gefahr eines atomaren Krieges verschwunden aus Europa. Aber leider nicht aus der Welt. Und die aktuellen Ostermärsche laufen. Da marschieren dann sogenannte Friedensbewegte. Eigentlich bewegt die aber nur Eines, der Wunsch, dass alle Menschen gleich nett sein mögen und dass sich alle Streitigkeiten dieser Welt bei einer Tasse Tee und einem Teller Knabbergebäck lösen lassen und wenn nicht, dass dann jemand da ist, der sie und ihre Freiheit verteidigt.
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Ein Oster- Friedensmarsch waren ja in Deiner Nähe, in Wittstock/Dosse. Wer weiss, vielleicht hättest Du bei einer Tasse Pfefferminztee und Bio-Knabbergebäck nette Gespräche mit den FriedensfreundInnen geführt.
Kommentar von Clivia März 24, 2008 @ 11:08 Uhr nachmittagsNe, Danke. Das sind die Leute, die sagen, dann geht doch mit Euren Fliegern nach Kanada.
Kommentar von olaf61 März 25, 2008 @ 5:13 Uhr vormittags