Die DDR lebt!


Rückrufalarm
April 17, 2008, 9:17 Uhr vormittags
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“Roter Alarm! Achtung, Rückrufstationen besetzen!” “Was ist denn los? Klingonen?” Schweratmend stürzte der Kapitän des Raumkreuzers “D. C. Bandit” aus dem Turbolift. “Und schalten Sie das Gejaule ab!” Beleidigt verstummte der Bordcomputer. Nur das rote Licht flackerte weiter im beunruhigenden Rhytmus. Seit 2004 schon umkreiste der “Bandit” die Erde im Auftrag der Europäischen Union. Sein Auftrag, Schutz der europäischen Bevölkerung vor Gefahren jeglicher Art. Sein Kapitän, James T. Kork, war stolz auf sein Schiff. Und natürlich die Mannschaft. Aber diese ständigen Alarme waren aufreibend. Sie häuften sich in letzter Zeit. “Klingonen?”

Der Wissenschaftsoffizier, der als Einziger der Besatzung die Hauptschule geschafft hatte, zog langsam eine Augenbraue in die Höhe, was ein untrügliches Zeichen seiner Verwunderung war. Aus der Tiefe seines Sessels brummte Kork, er solle es vergessen und das sei eine lange Geschichte. “Also, was ist los?” “Captain, die verdammten Kartoffeln versuchen wieder einmal Kinder zu vergiften, wieder mit Spielzeug.” Omar, an der Waffenkonsole, blickte rückwärts. “Die werden es wohl nie lernen. Darf ich diese Weicheier alle machen?” “Noch nicht”, brummte Kork. “Transporterraum?” “Ja ?” “Erfassen sie dieses Giftzeug und beamen sie es zu den Herstellern zurück - Omar, vier Photonentorpedos, automatische Zielerfassung. Feuer!” In wunderschönen Blitzen verdampften in Deutschland die Fabriken zweier renommierter Exportweltmeister. Wieder waren mehrer Tausend ahnungslose Kinder gerettet worden. Zufrieden mit sich ging die Mannschaft des “Bandit” weiter ihrer Routine nach. Immer darauf bedacht, Leben zu retten.

Filzstifte für Kinder, die Chemikalien freisetzen, Sonnenschutzmittel mit Bakterien – nie zuvor haben Europas Verbraucherschützer so viele gefährliche Produkte vom Markt genommen wie 2007. Und: Die Zahlen stiegen in den ersten Monaten dieses Jahres weiter an. Das geht aus dem jüngsten Bericht der EU-Kommission hervor, der heute in Brüssel vorgestellt wird.

Den deutschen Produzenten stellt die Erhebung ein besonders miserables Zeugnis aus: In keinem anderen EU-Land werden mehr fehlerhafte oder riskante Güter hergestellt als in Deutschland. Mit sechs Prozent der zurückgezogenen Produkte nehmen deutsche Hersteller innerhalb der EU einen traurigen Spitzenplatz ein. Weltweit gesehen allerdings sind es Waren aus China, die am meisten auffielen. Jeder zweite Verkaufsstopp betraf ein Produkt jenes Landes.

1363-mal schritten die Kontrolleure nach Angaben des Europäischen Verbraucherschutzzentrums in Kiel 2007 ein, eine Steigerung von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2008 bisher 56-mal, üblicherweise häufen sich die Meldungen im zweiten Halbjahr deutlich). Brüssels zuständige Kommissarin Meglena Kuneva sieht darin nicht nur einen negativen Trend. „Die Zahlen dokumentieren, dass mehr verschärfte Kontrollen stattfinden. Sie sind nicht unbedingt ein Beleg für das häufigere Vorhandensein gefährlicher Produkte.“ Deshalb sei auch die hohe Zahl der in Deutschland aufgefallenen Güter (164) eher ein „gutes Zeichen“.

http://www.nordkurier.de/index.php?objekt=nk.homepage&id=362664

Ich weiss nicht, wie ich gross geworden bin, ohne, dass jemand aufgepasst hat, dass das gesund ist, was ich verschlucke.


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