Pfingsten sind die Geschenke am geringsten. Während Ostern und Weihnachten etwas einbrachten. Das stammt aus Brechts Kinderfibel und ich musste letztens während der Fahrt im Auto daran denken. Pfingsten. Auf dem Dorf zog der Pfingstochse herum, ein Kerl, ganz in Lappen und frische Zweige gehüllt, begleitet von anderen abenteuerlichen Gestalten. Die wollten Geld, Kuchen und Schnaps. Das war gruselig. Aus der Stadt war ich das nicht gewohnt. Für mich war Pfingsten immer nur ein freier Tag oder auch zwei, an dem es hinaus ins Grüne ging.
Zu Pfingsten erhielten die Jünger den Heiligen Geist, das heißt den lebendigen Glauben, daß Gott Jesus von den Toten auferweckt hat, daß Jesus heute lebt und regiert. Die kleine ängstliche Gruppe von Jüngern stand plötzlich in Jerusalem und erzählte von dem, was Gott Großes getan hatte. Jeder sprach in einer anderen Sprache, die der Heilige Geist geschenkt hatte. Somit konnten die Menschen aus verschiedenen Ländern sie verstehen. Was wollte Gott damit deutlich machen? Von nun an sollten alle Menschen auf der Welt von der großen Liebe Gottes hören. Jeder soll wissen: Durch Jesus ist der Weg zu Gott offen und jeder Mensch kann nun zu Gott kommen. Wenn er dies tun, macht Gott ihn zu seinem Kind und schenkt ihm ein neues Leben. Diese gute Nachricht muß jeder Mensch hören! Schnell sprach sich diese gute Nachricht herum. Viele Menschen kehrten ihrem alten Leben den Rücken. Bei Gott konnten sie ihre Schuld loswerden. Sie wollten nun ein neues Leben anfangen. Regelmäßig kamen sie zusammen, um mehr über Jesus zu lernen. Sie feierten miteinander und waren wie eine große Familie. Pfingsten war somit der Geburtstag der christlichen Gemeinde oder Kirche. Aber auch heute noch kann jeder Pfingsten erleben, der an Jesus Christus zu glauben beginnt. Schön, wenn Menschen an etwas glauben und ihnen das hilft, bessere Menschen zu sein, also nicht losgehen und mal andere Leute umbringen, um damit Anrecht auf 72 Jungfrauen zu haben. Ich habe mit Christen auch kein Problem, moment, wieso schreibe ich das denn? Sollte das nicht normal sein, für tolerante, moderne Menschen, kein Problem mit Christen zu haben? Ich fürchte nicht. Es gibt unter den Atheisten regelrechte Christenhasser, die aber andererseits glauben, Islam sei eine gute Sache und müsste unterstützt werden. Denen fällt bei einem Bischof Pol Pot ein und bei Osam bin Laden wahrscheinlich Ghandi. Ist das nicht paradox? Das sind dieselben Menschen, die, wenn es um muslimische Terrorakte geht, mit den Kreuzzügen, der Inquisition oder den Konquistadoren argumentieren. Merken die nicht, dass sie damit steinzeitliches Brauchtum unterstützen? Werden Steinigung, Ehrenmord und Zwangsverheiratung heute besser wenn sie sagen, “ja aber damals, vor langer, langer Zeit, da waren wir genauso?” Anscheinend. Da vergessen sie auch plötzlich den Aufbau westlicher Staaten und faseln von Kreuzfahrerheeren im Irak, als würden die Kirchen plötzlich den Oberbefehl über die Streitkräfte haben und an den Parlamenten vorbei regieren. Atheismus macht offensichtlich dumm, wenn er mit dem Hass auf die eigene Kultur zusammenfällt. Es gab mal eine Serie, “Joan of Arcadia”, in der ein Teenager plötzlich von Gott beauftragt wurde, bestimmte Dinge zu erledigen. Das Schöne war, Gott tauchte in der Gestalt aller möglicher Menschen auf. Wie verhält man sich, wenn da jemand kommt und sagt, “guten Tag, ich bin Gott und hätte da mal eine Bitte an Dich”? Zumindest hält man den Gegenüber für übergeschnappt. Mir hat sie jedenfalls sehr gefallen. Die Serie. Allen ein schönes Pfingstfest noch.
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