Schwache dürfen hier nicht liegen. Nicht mal sozial Schwache.
Die Schweiz hat auch so ihre Probleme. Vor allem klafft eine tiefe Gerechtigkeitslücke. Im Berner Bahnhofsbereich. Ich kann nur hoffen, dass die UNO diese schreiende Ungerechtigkeit bald bemerkt.
Im Berner Bahnhof darf künftig nicht mehr gebettelt werden. Die Stadtberner Stimmberechtigten haben das neue Bahnhofreglement deutlich angenommen. Ein Bettelverbot galt bereits im SBB-Teil des Hauptbahnhofs. Künftig wird es auf die unterirdische Geschäftszone, die den Bahnhof mit den Ausgängen zur Altstadt verbindet, angewendet. Das Reglement untersagt zudem das Sitzen und Liegen auf Boden und Treppen, sowie das Herumfahren mit Skateboards und anderen Geräten. Gegen die Vorlage hatte die Junge Alternative, unterstützt von links-grünen Parteien das Referendum ergriffen. Sie kritisierten, das Reglement grenze sozial Schwache aus.(Swiss Info vom 01.06.08 )
Wen grenzt es aus? Sozial Schwache? Vom Liegen und Sitzen auf Boden und Treppen? Und die Gutbetuchten dürfen? Tun es aber nicht, weil sie ihre Anzüge schonen wollen? Ausgrenzung von der Teilhabe am Reiseverkehr mit Skatern? Vielleicht meinten die Alternativen aber auch “nur” Schwache. Und sozial haben sie aus lauter Gewohnheit davorgesetzt? Dann machte es nämlich Sinn. Sich wegen zu grosser Erschöpfung nicht Setzen oder Legen zu dürfen, das wäre schon ein starkes Stück.


10 comments
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Juni 1, 2008 um 7:09 Uhr nachmittags
Prosemit
Wieso hinterfragt niemand - ausser dem fleissigen Blogbetreiber - eigentlich diesen ganzen Unfug, der tagtäglich auf den Kosnumenten der Nachrichten herabprasselt? Wieso drucken grenzdebile Analphabeten den letzten Unsinn nach, ohne einzuhalten und sich zu fragen : Stop! Wieso grenzt das “Sozial Schwache” aus???
Juni 1, 2008 um 7:26 Uhr nachmittags
olaf61
Weiss ich auch nicht. Wahrscheinlich, weil das sozial überall hinpasst. Als Lückenfüller sozusagen.
Juni 2, 2008 um 4:45 Uhr vormittags
wolaufensie
…ist schon interessant, wie wer mit welchen Worten umgeht.
Aus Einkommensunterschieden wurde eine Gerechtigkeitslücke.
Aus Kindern deren Eltern, die aus welchen Gründen auch immer,
eher zum Fettwerden, denn zum Verhungern neigen,
wird Kinderarmut.- obwohl früher damit eine geringe Kinderanzahl gemeint war.
…Und aus der Tatsache, dass man sich z.B. in öffentlichen Orten
etwas zusammenreissen sollte , um nicht wie ein Huhn in die Ecke zu schei..en
oder herumzuspucken, zu liegen, sitzen oder auf dem Kopf zu stehen
und mit Füssen Fliegen zu fangen, wird eine
soziale Ungerechtigkeit gebastelt. Es erscheint mir mit dem Wort “sozial”
in der Tat ein um sich greifender Automatismus verbunden, der krankheitsgleich
immer mehr Substantive und Verben zur Strecke bringt. Unter sozialer Ungerechtigkeit
verstand ich bisher immer, wenn ein Introvertierter gerne mehr Aussenkontakte hätte,
als er dann wirklich hat. Musste damals wirklich hart überlegen, dass damit
eigentlich eine finanzielle Ungleichheit gemeint war.
Hoffe nur dass sich dieser Automatismus auch mal langsam auf das Wort “Schwachsinn”
erstrecken wird. So dass man es nicht mehr ohne ein keckes “sozial”
davor anzuwenden wagt. z.B. könnte man damit die Folgen exzessiver Nutzung von
GEZ-Sendern bezeichnen, meist durch das ErzieherInnen bis SoziologInnen-Klientel.
Die mit Schwachsinn aus Spiegel, DIE ZEIT, Stern, ARD-ZDF-3.SED-Sender
angefüllten Benutzer hätten damit dann auch als “sozial Schwachsinnige”
eine feste, runde Bezeichnung gefunden. Aber letztendlich wird es wahrscheinlich
darauf hinauslaufen , dass man damit alle diejenigen “Ureinwohner” bezeichnen,
die einfach nicht aus Deutschland auswandern wollen.
Juni 2, 2008 um 4:58 Uhr vormittags
wolaufensie
apropos: …es gehört wahrscheinlich zu den Rattenfängerworten, - pure Opportunistenklänge, die auf die einfache Tour versuchen Gemeinsamkeit herzustellen. Früher vor einigen Jahrzehnten sagte man anstatt “sozial”, “völkisch” , “deutsch” oder “deutsch-völkisch”. Die Absicht dahinter ist immer die gleiche. Ein Konsens über überpersönliche Wichtigkeiten, mit denen man am bestens Enteignungen durzieht. Es geht immer in Richtung Vermassung und ent-Ich-ung. Bei dem Wort “sozial”
kriege ich schon immer lange unsoziale Zähne.
Juni 2, 2008 um 5:13 Uhr vormittags
olaf61
Unsoziale Zähne? Da soll es doch auch Gerechtigkeitslücken geben.
Juni 2, 2008 um 5:41 Uhr vormittags
wolaufensie
…die dortigen Gerechtigkeitslücken stammen allesamt von den sozialen Übeltätern Rider, Twix, Mars, Nuts, Lion , Tobleron…oje.
Hatte ich schon fast vergessen, dass ich die wirklich mal gegessen habe, ….tolle Erinnerung.
Juni 2, 2008 um 6:32 Uhr vormittags
olaf61
Die VEB-Bonbons waren genausogute Kariesförderer. Da kann ich nicht klagen. Oder eher doch.
Juni 2, 2008 um 7:04 Uhr vormittags
Prosemit
Ich kenne noch die knirschende Schokolade vom Kombinat Sand und Kakao “Ernst Thälmann”.
Juni 2, 2008 um 8:55 Uhr vormittags
wolaufensie
Wahnsinn, das Zeug hab ich nie probieren können.
Aber Schokoladen von “Ernst Thälmann” , das
hört sich wirklich wie eine ganz zarte Versuchung an. Zu einer Zeit, als es noch keine Ökoläden gab, gab es in abgelegenen Einrichtungen aber schon sowas ähnliches. Unter anderm hatten die eine schweineteure Schokolade mit irgend so einem Affenbrotbaum-Kernmehl, Castro-Zucker und Kakao , der noch irgendwie ursprünglich war, oder sein sollte. Das Zeug war so teuer, dass mir fast der Verstand stehen bleib. Aber ich musste es probieren. Also latze ich den 4 bis 5 fachen Preis und konnte es kaum erwarten da endlich rein zu beissen. Alles nach dem Motto viel (Geld) bringt viel (Geschmack) musste sich da der Himmel auftun. Nja, ich biss rein, und kriege fast den Mund nicht mehr zu . Es schmeckte so, wie ich mir immer Hundekuchen vorstellte in Verbindung mit uralten Socken, die mal mit Kakao gefüllt waren. Und biss wirklich noch ein paarmal da rein, …bevor ich den Rest wieder ausspuckte. Süss war es nicht. Aber auch noch so granulartartig-körnig. …irgendwo hinglelegt und so peu a peu an lilagewandte abgehobene Weiber verfüttert, die versicherten, es echt zu mögen, und kaum je was besseres gegessen zu haben. Ich dachte immer noch die Tafel wäre schlecht gewesen. Aber so mit der Zeit gönnten sich besagte wallewalle-Damen auch mal was Gutes und ich musste zeitweise mitprobieren . Und immer schmeckte es wie beim ersten mal. Das war eben so.
…bis dass ich schliesslich jedem glaubhaft gemacht hatte, dass eventuelle Freundschaften daran zu Grunde gehen könnten, wenn ich je noch ein Stück davon verschlingen müsste.
Lieber ass ich da nichts Süsses, anstatt mir eventuell von sowas das Gebiss, Gesundheit und laune zu ruinieren, ohne etwas davon gehabt zu haben. Gott schmeckte das scheisse. …ich glaube Karob oder so, war da noch drin. …und Johanneskernmehl ? Das war schon ekelig…und wirklich sektiererisch …
Juni 2, 2008 um 10:46 Uhr vormittags
olaf61
Meine erste Pepsi Cola in einem Kinderferienlager. Mensch, sah die Flasche toll aus. So edel. Direkt, um sie nach dem leernuckeln ins Regal zu stellen. Aber der Geschmack, der Geschmack. So etwas widerwärtig Süsses war unsereiner gar nicht gewohnt, es sei er ging an die Zuckerdose oder die gezuckerte Kondensmilch. Aber dafür war kein Wollflusen in der pepsi oder ein toter Brummer, das hatte was für sich.